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24.03.17 10:20

Energiewende bis 2040 möglich

(aus Ahlener Zeitung, 22.03.2017 von Ralf Steinhorst)

 

Eine Umsetzung der Energiewende ist in 20 Jahren möglich. „Es ist ein Problem des Kopfes“, sagt Professor Dr. Quaschning. In der Lohnhalle der Zeche folgten weitaus mehr Besucher den Worten des renommierten Klimaexperten, als erwartet.

Die Energieversorgung allein durch regenerative Energien ist bis zum Jahr 2040 machbar und auch notwendig. Diese These untermauerte der renommierte Prof. Dr. Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin in seinem Vortrag „ Energiewende – eine Chance für Viele(s)!“.

Der Verein für erneuerbare Energien Ahlen (VERENA) und seine Kooperationspartner Verein Umschalten Soest, die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, das Klimabündnis Hamm sowie der Klimaschutzmanager des Kreises Warendorf waren überrascht von dem großen Interesse. Statt der erwarteten 100 Besucher kamen über 200 am Dienstagabend in die Lohnhalle.

Professor Dr. Volker Quaschning : „Stehen sie auf, wir haben einen Planeten zu retten Foto: Ralf Steinhorst

Es gebe keinen passenderen Ort für die Veranstaltung als die Zeche „Westfalen“, begrüßte Bürgermeister Dr. Alexander Berger die Besucher. Denn hier sei vor 17 Jahren mit der Schließung der Zeche lokal die Energiewende eingeleitet worden. Die Stadt sei damals trotz aller Befürchtungen nicht gestorben, was eines beweise: „Die Energiewende kann gelingen“.

Wie notwendig diese ist, zeigte Prof. Dr. Volker Quaschning mit der Darstellung des Klimawandels in einer Zeitreise auf. Seit der letzten Eiszeit sind die Temperaturen um drei Grad Celsius gestiegen, der Meeresspiegel um 100 Meter. In den letzten 7000 Jahren blieben Temperaturen und Meeresspiegel stabil, aber: „Wir fangen an, diese Stabilität zu zerstören“. Nicht nur die CO2-Konzentration sei dramatisch gestiegen, sondern seit dem Jahr 1900 auch die Temperatur, nämlich um ein Grad Celsius. Der Anstieg von ein Grad Celsius bedeuten zwei Meter Anstieg des Meeresspiegels, fünf Grad Celsius zwölf Meter. In Europa wären über 100 Millionen Menschen in den Küstenregionen betroffen.

„Eine Umsetzung ist in 20 Jahren möglich – es ist ein Problem des Kopfes.“

Professor Dr. Quaschning

Wer sage, man könne sich die Energiewende nicht leisten, müsse wissen, dass es sehr viel teurer werde, die Folgen der Klimaveränderungen zu bewältigen. Einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende würden Wind und Sonne leisten. Leider habe die Politik in Deutschland dafür gesorgt, mit Abgaben den Ausbau der regenerativen Energien abrupt zu stoppen, weil ihr der Mut fehle. Trotzdem sei die Energieversorgung ohne fossile Energieträger bis zum Jahr 2040 machbar. Dafür müssten eine klimaverträgliche Wärmeversorgung und Energieversorgung sowie klimaverträglicher Verkehr aufgebaut werden. „Eine Umsetzung ist in 20 Jahren möglich – es ist ein Problem des Kopfes“, verwies Quaschning auf Apple-Gründer Steve Jobbs, der mit der Vorstellung des „iPhone“ den damals unglaublichen bevorstehenden Siegeszug von Smartphones ankündigte.

Prof. Dr. Quaschning bevorzugt die Umsetzung der Energiewende durch Sektorenkopplung, die die Elektrifizierung des Wärme- und Verkehrssektors beinhaltet. Die Stromerzeugung erfolgt über Wind- und Solarenergie. Dabei sind intelligente, effiziente und dezentrale Systeme, die er auch im Einzelnen vorstellte, wie das „Power to Gas“-Prinzip. Somit fällt der Weiterentwicklung von Energiespeichern und der Einsparung von Energie große Bedeutung zu. „Stehen sie auf, wir haben einen Planeten zu retten“, machte er den Zuhörern Mut. Auf die Energiewende geht ab Donnerstag auch eine Ausstellung des Solarfördervereins im Foyer des Rathauses ein.

 


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